Tosca in der Südstadt – ganz frei nach Giacomo Puccini 

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Tosca ist ein Opernkrimi von Giacomo Puccini, der neben hohen Cs und schöner Musik eine spannende Handlung zu bieten hat – dagegen ist der Sonntagabend Tatort ein Ponyhof.

Die berühmte Sängerin Floria Tosca (Marina Unruh) hat ein Liebesverhältnis mit dem Maler Mario Cavaradossi (Thomas Heyer). Dieser gewährt Angelotti (Nathan Fischer) Hilfe bei seiner Flucht aus dem Gefängnis. Der machtbesessene Polizeichef Scarpia (Tim Lukas Reuter) begehrt Tosca ebenfalls und will außerdem Angelotti finden – er nutzt jede Möglichkeit, um Tosca mit seinen üblen Methoden zur Liebe zur zwingen. Hier kommt nicht nur das Gift der Eifersucht zum Einsatz, sondern auch echtes Gift. Ergebnis: Scarpia wird ermordet, Cavaradossi wird vergiftet, Tosca wählt den Freitod. Für einen Opernabend eine Menge Tragödie, doch so einen gut klingenden Krimi haben Sie noch nicht gehört!

Unser Ensemble, das an verschiedenen Opernhäusern in Europa engagiert ist, wird Sie durch die Geschichte von Tosca und ihrem Geliebten Cavaradossi begleiten.

So ist Oper in der Lutherkirche: hautnah, zum Anfassen, zum Lachen, zum Weinen schön!

Fassung für 3 Sänger, 3 Schauspieler mit guten Stimmen, in Originalsprache und einem virtuosen Pianisten mit ergänzenden, deutschen Dialogen von Marina Unruh und Thomas Heyer, sehr frei nach Giacomo Puccini.

Floria Tosca – Marina Unruh 
Mario Cavaradossi – Thomas Heyer 
Baron Scarpia – Tim Lukas Reuter 
Messner – Lothar Lange 
Spoletta – Lothar Lange 
Guiseppe Angelotti – Nathan Fischer 
Sciarronne – Nathan Fischer 
Sekretärin Erika Attavanti  – Madelaine Schwer 
Chor der Lutherkirche – Leitung Thomas Frerichs
Am Klavier Christoph Schnackertz  

nächster Termin Oper hautnah: Junge Stimmen singen für Afrika 22. März 2025 

Inhalt
1.Akt 
Lutherkirche in der Kölner Südstadt: Der Flüchtige Angelotti sucht ein Versteck und Cavaradossi hilft ihm dabei, ehe er sein Bild der María Magdalena weitermalt! Er stellt fest, dass dieses Bild nicht nur der Signora Erika Attavanti gleicht, sondern auch seiner Geliebten Floria Tosca – so singt er zunächst eine Arie „Recondita Armonia“ – „Wie sich die Bilder gleichen“. Nachdem Tosca erscheint, gesteht er dieser im Duett singend seine Liebe erneut – Tosca reagiert zunächst geschmeichelt, dann, aufgrund des Bildes, eher aufgebracht, um dann endlich die Liebe in aufsteigenden Tonschritten zu bekunden! Nach einigen gewöhnlichen Streitereien und ebensolchen italienischen Liebesschnulzen taucht Polizeichef Scarpia auf. Er will für Ordnung sorgen, sucht den flüchtigen Angelotti und findet den Fächer der Erika Attavanti. Er nutzt die Situation, um Tosca damit noch eifersüchtiger zu machen, wird jedoch von der Prozession von St. Severin unterbrochen! Cavaradossi wird verdächtigt, dem Flüchtigen Angelotti geholfen zu haben, er wird festgenommen und abgeführt!

Pause 

2.Akt 
Scarpia fühlt sich jung, frei und unbeobachtet – er lässt eben nicht nur die Puppen tanzen …. Er is am simmeliere, wie er Einigkeit in Köln herstellen kann …. Da kommt ihm eine Idee: eine Hymne und alle (!)singen mit! Scarpia will Cavaradossi dazu bringen, ihm das Versteck von Angelotti zu nennen und dabei bis zum Äußersten gehen. Spoletta foltert Cavaradossi im Nebenzimmer und so erpresst Scarpia von Tosca das Versteck von Angelotti. Als er diesen dort nicht finden kann, singt Cavaradossi sein „Vittoria“, freut sich jedoch zu früh, denn er wird weiter gefoltert. So heftig, dass Tosca für die Freilassung Cavaradossis dem Begehren von Scarpia nachgibt und damit einen Brief für freies Geleit und eine Hinrichtung zum Schein aushandelt … das glaubt sie jedenfalls. Nachdem sie die berühmte Arie „Vissi d’arte“ gesungen hat, nutzt sie die Situation und ermordet Scapia. Der einstig Gefürchtete ist nun tot und sie hat nur noch diese Worte für ihn übrig: „E Avvanti a lui Tremava tutta Roma“ – was soviel bedeutet wie: „ Vor ihm zitterte ganz Köln! Puh!

3.Akt 
Cavaradossi wird von Spoletta zu seiner Hinrichtung geführt und singt in seinem Schmerz, wissend um seine letzten Momente als lebender Mann eine weitere berühmte Tenorarien „E lucevan le stelle“! Ehe er das verordnete Gift trinkt, kommt Tosca und erzählt nochmal für alle, die bereits alles aus dem zweiten Akt vergessen haben, was geschehen ist: Scarpia ist tot, hat aber vorher den Scheintod befohlen und den Geleitbrief ausgestellt! Da die Zeit der Hinrichtung durch den Schierlingsbecher drängt, wird erstmal eine Arie „O dolci mani“  gesungen, indem die zarten aber mordenden Hände Toscas gepriesen werden! Dann singen die beiden Liebenden „Trionfal“ – der Triumph der Liebe – doch sie haben die Rechnung ohne Spoletta gemacht! Weder Cavaradossi noch Tosca ahnen, was passieren wird.

Mario Cavaradossi – Thomas Heyer 
Der Typus des italienischen Tenors stellt einen Möchte gern-Latin Lover dar. Er liebt seine Tosca über alles, malt aber auch andere attraktive Damen. Seine Aufgaben, die er in der Oper übernimmt, sind recht überschaubar: Angelotti bei der Flucht helfen, eine Arie schmettern und ein schmachtendes Liebesduett singen. Aber es wäre ja keine Oper, wenn das hier schon alles wäre…am Ende singt Cavaradossi „ E lucevan le stelle“, eine der berühmtesten Tenorarien überhaupt.

Unser Cavaradossi ist Thomas Heyer, der in der Oper und auch im echten Leben aus der Südstadt kommt! Er singt seit über 30 Jahren und wirkte in diversen Rundfunk– und Fernsehproduktionen mit. (WDR, BR, 3-Sat, HR, Arte, BfBS etc.). Sein Repertoire umfasst im Konzertbereich die großen Oratorienpartien seines Fachs in nahezu allen grossen europäischen Konzertsälen. Von den Bach’schen Evangelisten über den gesamten klassischen und romantischen Sakralbereich bis hin zu Mahler „Das Lied von der Erde“, seiner 8. Symphonie und dem Verdi-Requiem. Auf der Opernbühne war er zunächst als Mozart-Tenor und in Belcanto-Opern zu erleben, aktuell singt er Tenorpartien im dramatischen Fach von Bizet, Puccini, Wagner u.a. Liederabende bilden einen weiteren Schwerpunkt in seinem künstlerischen Schaffen.
In der Lutherkirche konnte er ein neues Klassikformat als Benefizkonzert mit seinen Studierenden etablieren : Junge Stimmen singen für Afrika 
Nächster Termin : 22. März 2025 

Floria Tosca – Marina Unruh 
Floria Tosca ist die Primadonna in unserem Opernkrimi – in dieser Figur treffen Leidenschaft und Stimmschönheit aufeinander: jedes hohe C gilt der Liebe zu Cavaradossi oder ganz und gar dem Hass zu Scarpia! Sie ist eifersüchtig bis aufs Blut und ihre Liebe für den Tenor wird sie und Sie an Grenzen bringen!

Unsere Tosca ist Marina Unruh, die am schwarzen Meer im Süden Russlands geboren wurde und in der Nähe von Köln aufwuchs. Sie studierte Operngesang und Gesangspädagogik an den Musikhochschulen Köln und Frankfurt am Main. Seit nahezu 20 Jahren singt sie auf Opern- und Konzertbühnen. Ihre Tätigkeit im Konzertfach umfasst nahezu alle Standartoratorien aus dem Barock und der Klassik bis hin zu den großen romantischen Werken von Beethoven, Dvorak und Verdi. Sie wirkte bei mehreren Uraufführungen als Solistin mit, unter anderem in dem Oratorium „Visiones“ von dem italienischen Komponisten Michele Sacco, der den dramatischen Solosopranpart für Marina Unruh komponierte. Auf der Opernbühne war sie als Micaela und ebenso als Carmen in „Carmen“ von G.Bizet, Pamina in der „Zauberflöte“, Gräfin in der „Hochzeit des Figaro“, als Hanna Glawari in Lehars „Lustigen Witwe“ , Norina in „Don Pasquale“ und als Mutter in „Hänsel und Gretel“ engagiert. 2021 erschien bei Sterling Records eine Ersteinspielung mit Sololiedern und Terzetten von Joachim Raff. Seit etwa 15 Jahren konnte sie sich als erfolgreiche Gesangspädagogin profilieren.

Baron Scarpia – Tim Lukas Reuter 
Baron Scarpia ist der Polizeichef und ein wirklich fieser Möpp! Er verfolgt alle politisch Andersdenkenden nach seinen eigenen Gesetzen. Er ist nicht nur korrupt, sondern obendrauf ein Lüstling, der es auf unsere Floria Tosca abgesehen hat. Trotzdem sucht er nach Einigkeit in Köln : er will das linksrheinische Köln und Deutz wieder vereinen, indem er den Rhein zuschütten lässt und alle Brücken überflüssig werden!

Unser Baron ‚fieser Möpp‘, Tim Lukas, Bassbariton wurde in Marburg an der Lahn geboren. Er studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Seine Konzerttätigkeit reicht von den großen Oratorien Bachs bis hin zum romantischen Repertoire. In der Spielzeit 23/24 war er unter anderem als Brabantischer Edler in Wagners „Lohengrin“ am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Conte di Ceprano in Verdis „Rigoletto“ am Stadttheater Gießen und als Escamillo („Carmen“, G. Bizet) in der Lutherkirche  zu erleben. Tim-Lukas Reuter ist Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Frankfurt und Preisträger der Fritz-Wunderlich-Gesellschaft. Seit Januar 2024 ist er Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz. Zu seinen ersten Aufgaben dort zählen Piet („Humanoid“, L. Evers) und Montano („Otello“, G. Verdi).

Angelotti/ Sciarrone – Nathan Fischer 
Giuseppe Angelotti – genannt der Angelotti Jupp- ist ein politischer Häftling, der entfliehen konnte und nun für sich und seine „T- i A“ (Tenorstimme in Ausbildung) mithilfe von Cavaradossi Zuflucht in einer Kirche sucht! Im zweiten Akt spielt Nathan einen der Henkersknechte Scarpias, der teils muskulös- teils musikalisch dessen Pläne unterstützt!

Unser Maccarroniaktivist und Henkersknecht ist das Multitalent Nathan Fischer, geboren 2003 mit einer wunderschönen Tenorstimme in Frankfurt! Er studiert aktuell im ersten Semester bei Prof. Thomas Heyer an der HfMdK Frankfurt Bachelor Gesang. Seine musikalische Ausbildung begann im Alter von sieben Jahren mit Klavierunterricht bei Hartmut Keding, durch dessen Unterricht er während der Schulzeit einige Preise bei Klavierwettbewerben gewann. Zum Gesang fand er im Alter von 12 Jahren durch ein Stipendium der Ustinov-Stiftung und bekam Gesangsunterricht bei Christine Brenk. Nathan Fischer ist aktuell bei zahlreichen Konzerten im Umkreis von Frankfurt zu hören und gibt sein Operndebut in der Kölner Lutherkirche!

Messner/Spoletta : Lothar Lange 
Der Messner möchte im ersten Akt eigentlich eine klinisch saubere katholische Kirche ohne Skandale haben und versucht sich nach dem plötzlichen Auftauchen Scapias selbst aus der Schusslinie zu bringen.  Nach der Pause schlüpft er dann aus dem Messnergewand in das Kostüm des Henkersknechts, um aus unserem Tenor durch Folter mal richtig gute hohe Töne rauszuquetschen!

Unser Messner und Spoletta ist der Sprach- und sprechbegeisterte Theatermacher Lothar Lange aus Westfalen und lebt am Niederrhein. Mit 16 Jahren begann seine erste öffentliche Sprechertätigkeit auf der Kanzel des Hohen Doms zu Paderborn, gleichzeitig war er Mitglied in verschiedenen Theatergruppen. Dann folgte ein Studium der Germanistik und klassischen Philologie an der Ruhr Universität Bochum.
Bis 2011 war Lothar Lange Lehrer für Deutsch und Latein an der Liebfrauenschule Mülhausen, er gründete die „Theater-AG des Gymnasiums St. Wolfhelm in Schwalmtal“ (heutiger Name: „Oldtimer der Theater-AG“) ins Leben, dessen künstlerischer Kopf er bis heute ist. Mit seinen Ensembles gewann er verschiedene Preise in Theaterwettbewerben und Auszeichnungen für ehrenamtliche Tätigkeiten.

Pianist- Christoph Schnackertz 
Wer braucht schon ein Orchester, wenn man so einen eminenten Tastenkönig. Er holt aus unserem Klavier die Farben der italienischen Landschaft heraus, dass man meint, man säße in einer toskanischen Trattoria bei einem Vino nobile! Er wird Puccinis Komposition mit eigenen Finessen versehen und die Möglichkeiten eines herkömmlichen Klaviers bis über die Grenzen austesten! 

Christoph Schnackertz erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei Clovis Alessandri und studierte in Köln bei Prof. Pierre-Laurent Aimard und Prof. Jürgen Glauss. Seit 2005 arbeitet er als ständiger Begleiter der Gesangsklasse von Prof. Christoph Prégardien. Er war Stipendiat von „Yehudi Menuhin LiveMusicNow Köln e.V.“ und er ist Preisträger des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerbs in Berlin. Seit Oktober 2011 hat Christoph Schnackertz einen Lehrauftrag für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sein Repertoire umspannt alle großen Liedzyklen der Romantik, wie auch Lieder von z.B. Gustav Mahler, Richard Strauss und Wolfgang Rihm, und er arbeitet mit Sängern aller Stimmfächer zusammen. Seine Arbeit ist in zahlreichen Mitschnitten der großen Rundfunksender dokumentiert. Kürzlich widmete WDR 3 dem Ausnahmekünstler mit europaweiter Konzerttätgkeit eine 3 stündige Portraitsendung! Mit dem Tenor Thomas Heyer verbindet ihn eine intensive Künstlerfreundschaft!

Erika Attavanti – Madelaine Schwer 
Erika Attavanti ist unsere singende Sekretärin, die sich eigentlich nicht für Oper, sondern viel mehr für Make-up interessiert. Sie ist bei Scarpia nicht nur Angestellte, sondern ihm auch verfallen, kann ihn aber mit ihrer wunderbaren Sopranstimme manchmal besänftigen.

Unsere Sekretärin mit einem Stimmgold wie ein florentinisches Mandelplätzchen ist die 17-jährige Sopranistin Madelaine Schwer. Sie absolvierte letztes Jahr am Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg ihr Abitur und studiert nun an der HfMDK in Frankfurt am Main bei Prof. Thomas Heyer Gesang. 2023 erzielte sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ die Höchstpunktzahl und gewann zusätzlich zahlreiche Sonderpreise, darunter den Preis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werks im Landeswettbewerb und den Preis für die beste Interpretation eines Werks einer Komponistin im Bundeswettbewerb. Darauf folgte ihr Debut in der Berliner Philharmonie beim Festkonzert „70 Jahre Deutscher Musikrat“. Aktuell ist sie in zahlreichen Konzerten in und um Frankfurt zu hören und freut sich auf ihre erste kleine Opernrolle!

Wichtige Informationen für Menschen mit Behinderung
Der Haupteingang hat eine Stufe. Auf der gegenüberliegenden Seite des Haupteingangs gibt es einen barrierefreien Hintereingang. Bitte nutzen Sie dafür den Weg über den Parkplatz. Die Kirche ist dann komplett barrierefrei erreichbar. Eine Rollstuhltoilette ist leider nicht vorhanden. Gerne reservieren wir Ihnen und Ihrer Begleitung einen entsprechenden Platz in der Kirche. Bitte informieren Sie uns im Vorfeld über Ihre Besuch. Vielen Dank.

Eventinfos

Datum: 30.08.2024
Beginn: 20:00 Uhr

Tickets

Preis VVK: 25,00 €
Theaterkasse am Neumarkt und Der andere Buchladen, Ubierring 42: 25,00 €
Preis AK: 30,00 €
Erm. Abendkasse (bitte vorher anmelden unter suedstadt.leben@koeln.de) für Schüler, Studenten, KölnPass : 15,00 €